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Ich hatte einfach Glück, dass hinter den Worten auch Taten steckten.

Ich hatte einfach Glück, dass hinter den Worten auch Taten steckten.

Wir führten vor Beginn der Saison 2018/19 ein Interview mit einem unserer Nachwuchstrainer. Frank Beate ist seit 2013 Trainer bei den Kickers und betreut diese Saison zusammen mit Kevin Leuschner und Nico Hahn unsere D1-Junioren. In der vergangenen Saison hat das Trainerteam mit dem jüngeren D-Jugend-Jahrgang 2006 souverän den ersten Platz erreicht und ist aufgestiegen.

 

Hallo Frank. Die essentielle Frage gleich vorweg: Wieso wolltest Du eigentlich Trainer werden?

Fußball ist in meiner Familie ein zentrales Freizeitthema. Mein Vater, meine Onkels, Cousin und Großcousin sind alle in verschiedenen Fußballvereinen aktiv. Ich glaube, wir könnten, vom Vorstand bis zum Betreuer, einen ganzen Verein abbilden. Bei unseren Familienfeiern ist daher nicht selten auch Vereinsfußball  ein Thema.

 

Wie bist Du zum Trainerjob gekommen?

Wie so vieles, kommen die besten Ideen beim Feiern mit Freunden. Kevin, Nico und ich waren uns einig, das ganze zu dritt zu machen und schauten uns dann auch gleich in unserer Wohngegend nach Fußballvereinen um. Wichtig war uns neben der Wohnortnähe auch, wie man sich vorstellt, den Kindern Fußball zu vermitteln und logischerweise, ob es uns da auch Spaß macht.


Wie seid Ihr auf die Kickers gekommen?

Nico hatte ein wenig im Internet geschaut und meinte, bei den Kickers werden noch Trainer im Nachwuchs gesucht. Eine E-Mail später wurde ein Termin zum Gespräch vereinbart. Der Nachwuchsleiter erklärte uns dann, wie er den Fußball so sieht. Nachdem wir unsere Wünsche an den Verein mitgeteilt haben, waren wir uns schnell einig, hier weiterzugehen.

 

Wieso hast du dich am Ende für die Kickers entschieden?

Auf der menschlichen Ebene gefiel mir vor allem der Umgang miteinander. Als vorteilhaft empfand ich, dass der Verein sich nur auf Fußball spezialisiert hat. Große, spartenübergreifende Vereine sind aus meiner Erfahrung heraus eher träge, und es gibt immer ein paar alteingesessene Häuptlinge, die alles schon immer so gemacht haben. Bei den kleineren Breitensportvereinen kann man meistens noch selbst mitgestalten und die Veränderungen dann auch am Ende sehen.

Von der spielerischen Anlage hat mir persönlich sehr gefallen, dass sich alles um den Ball dreht und die Technik im Vordergrund steht. Kinder lassen sich viel besser motivieren, wenn sie in Spielformen den Fußball lieben lernen und keine langweiligen Stadionrunden laufen müssen. Im Nachhinein war das natürlich eine Spur naiv von mir, da gefühlt jeder erzählt, das Technik wichtig ist und die Kinder viel spielen sollten. Hier hatte ich einfach Glück, dass hinter den Worten auch Taten steckten.

 

Welche Qualifikation für die Trainertätigkeit hattest du zu Beginn?

Zu Beginn der Trainertätigkeit schlichtweg keine. Ich spielte selber ab und an in einer Freizeittruppe Fußball und kann mit Kindern ganz gut umgehen.

Deswegen hatte ich auch ein wenig Bammel vor den ersten Trainingseinheiten. Gerade bei der F-Jugend schauten doch einige Eltern aufs Training, und wer weiß, was für Experten da so am Rande stehen. Aber das war alles unbegründet. Die anfänglich mit dem Nachwuchsleiter rausgesuchten Übungen waren so gut, dass die Kinder begeistert dabei waren und ordentlich mitmachten.

 

Wie wurdest du vom Verein unterstützt?

Vom Verein heraus wurde ich förmlich mit Material überschüttet. Ob Münchner Fußballschule, Horst Wein, DFB-Ausbildungsrichtlinien oder „coerver coaching“ – alles war vorhanden. Damals noch völlig unbekannt für mich.

Durch die Gespräche mit den Nachwuchsleiter konnte ich das ganze Material sortieren und ich wusste, worauf ich mich für das Training erst einmal konzentrieren sollte .

Die neuen Trainer haben es da wohl jetzt auch einfacher, da meine anfängliche Überforderung mit den Massen an Trainingsmaterial gleich Anlass für die Erstellung eines roten Faden zur Einarbeitung als Trainer wurde.

 

Wieso hast du Dich entschieden, die C-Lizenz beim DFB zu machen?

Ich habe mich viel mit der Ausbildung von Kindern zu einzelnen Themen auseinandergesetzt und wollte mich einmal strukturiert damit beschäftigen. Der C-Lizenzlehrgang sollte mich fachlich noch pushen, und da die Kickers die Lizenz auch vollständig bezahlt haben, habe ich das einfach mal durchgezogen.

 

Inwiefern ist die C-Lizenz von Vorteil?

Neben sehr guten Kontakten in alle Dresdner Vereine gibt es natürlich viel fachlichen Input. Die C-Lizenz umfasst 120 Lerneinheiten und wird am Ende mit einer theoretischen Prüfung abgeschlossen. Damit man das alles nicht nur theoretisch drauf hat, muss man vor DFB-Prüfern zusätzlich noch eine Lehrprobe abliefern.

Am Ende hat man ein gutes Grundgerüst und weiß jetzt auch, dass man bei den Kickers gut ausbildet.

 

Wo liegen in dieser Saison die Ziele mit Euren D-Junioren?

Nachdem wir in der letzten Saison souverän Tabellenerster geworden sind, kann diese Saison nur schwerer werden.

Wie immer steht die Ausbildung der Spieler im Vordergrund und nicht der Tabellenplatz. Aber natürlich würden wir schon ganz gerne in die Aufstiegsrunde kommen.

 

Wie bereitet ihr euch vor?

Die Hauptschwerpunkte beim Training liegen wie im letzten Jahr auch bei der Ballzirkulation, den Finten und dem Torerfolg. Ohne dass man den Ball in den eigenen Reihen halten kann, wird man nie einen vernünftigen Spielaufbau hinbekommen. Und der beste Spielaufbau nützt nix, wenn man vorne keine Torchancen generiert, weil man im offensiven „1 gegen 1“ die Bälle nicht behaupten kann oder im Umkehrspiel den Ball zu träge nach vorne transportiert.

Wichtig ist, dass die Kinder Ihre vorhandenen Fertigkeiten nun auch taktisch besser einsetzen können und so auch clever auf den Spielfeld agieren.


Gut, Frank, wir wünschen Dir und Deinem Trainerteam viel Erfolg bei den kommenden Aufgaben und natürlich weiterhin viel Spaß bei den Kickers! Wir danken für dieses Gespräch.